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Tipps zum reifenschonenden Fahren

„Der Gasfuß bestimmt die Lebensdauer“

13. Apr. 2026Automobil
  • Wer defensiv fährt, fährt seine Reifen länger
  • Auch der richtige Fülldruck ist entscheidend
  • Mit regelmäßigem Check Schäden auf die Spur kommen

Wer beim Autofahren sparen will, sollte vor allem die Reifen im Blick behalten. Wie schnell ein neuer Satz fällig wird, haben Autofahrerinnen und Autofahrer zu großen Teilen selbst in der Hand. „Der Gasfuß bestimmt signifikant den Verschleiß und die Lebensdauer der Reifen“, sagt Christian Koch, Reifen-Sachverständiger bei DEKRA. Ebenfalls wichtig: der richtige Reifendruck und der passende Reifentyp.

Wer beim Kavalierstart die Reifen durchdrehen lässt, gerne schnell beschleunigt und oft stark abbremst, bezahlt dafür in Form von erhöhtem Reifenabrieb“, erklärt der Experte. Auch wer es liebt, in Kurven ans Limit zu gehen und auf der Autobahn aufs Gas zu drücken, muss sich auf einen schnelleren Austausch der Reifen einstellen. Ein gefühlvoller, defensiver Fahrstil hingegen beschert den Pneus ein längeres Leben.
Der richtige Druck
Der Fahrstil ist aber nicht alles. Starke Abweichungen vom optimalen Fülldruck können den Reifenverschleiß drastisch beschleunigen und die Reifen unter Umständen sogar zerstören. „Der richtige Fülldruck führt zu einer optimalen Aufstandsfläche auf der Fahrbahn und damit zu einem gleichmäßigen, schonenden Abrieb. Er ist aber auch wichtig für die strukturelle Haltbarkeit der Reifen“, sagt Christian Koch.
Zu viel oder zu wenig Druck – beides ist schlecht. Ein deutlicher Minderdruck erhöht die „Walkarbeit“ des Reifens und den Verschleiß. Er bringt Gefahren für den Reifen selbst, zudem leidet die Fahrstabilität - deutlich spürbar in Kurven. Ein zu hoher Fülldruck führt zu einem erhöhten Abrieb in der Reifenmitte. Die Empfehlung deshalb: Den Reifendruck regelmäßig nach Herstellervorgaben prüfen, vor allem vor längeren Fahrten.
Der Reifentyp muss passen
Auch saisonale Einflüsse beeinflussen die Haltbarkeit der Reifen. „Winterreifen im Sommer und Sommerreifen im Winter – davon kann ich nur abraten“, sagt Christian Koch. Die weichere Gummi-Mischung von Winterreifen schmilzt bei sommerlichen Temperaturen fast wie Eis in der Sonne. „Sommerreifen im Winter verschleißen zwar nicht schneller, sind wegen der geringeren Haftung aber ein deutliches Sicherheitsrisiko.“
Der passende Reifentyp ist auch bei häufigen Off-Road-Einsätzen gefragt. Fahren auf unbefestigten Fahrbahnen stellt erhöhte Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit der Lauffläche gegenüber scharfkantigen Objekten. Hier gilt es abzuwägen: Off-Road-Reifen glänzen im Gelände, verschleißen aber auf der Straße schneller.
Die immer beliebteren Ganzjahresreifen machen zwar den saisonalen Wechsel überflüssig und sparen Kosten. Die Gummi-Mischung muss jedoch auch mit winterlichen Verhältnissen klarkommen, deshalb nutzen sich die Allrounder im Sommer meist schneller ab als Sommerspezialisten.
Und wie sieht es bei den Elektro-Fahrzeugen aus? E-Autos wiegen mehr als vergleichbare Verbrenner und zeigen daher grundsätzlich einen erhöhten Verschleiß. „Sie aber per se als ‚Reifenfresser‘ zu bezeichnen, wäre falsch. Denn auch hier macht unter sonst gleichen Randbedingungen der Fahrstil den Unterschied“, sagt Koch.
Reifen regelmäßig prüfen
„Eine regelmäßige Prüfung der Reifen versteht sich eigentlich von selbst“, erklärt der Reifensachverständige von DEKRA. „Damit erkennt man Schäden an Reifen und Fahrzeug frühzeitig. Ein ungleichmäßiger Abrieb kann etwa auf eine fehlerhafte Fahrwerkseinstellung hindeuten. Im Fachbetrieb ist man damit am besten aufgehoben.“
Empfehlenswert ist auch ein regelmäßiger Wechsel der Reifen zwischen Vorder- und Hinterachse, vor allem auch dann, wenn Ganzjahresreifen aufgezogen sind. „Dies führt zu einer gleichmäßigeren Abnutzung aller Reifen, so dass alle vier Reifen gleichzeitig ausgetauscht werden. Eine grundsätzlich längere Laufleistung aller Reifen bringt das nicht. Man vermeidet jedoch eine Mischung von alten und neuen Reifen, die sich ungünstig auf das Fahrverhalten des Fahrzeuges auswirkt“, so Koch.
Einen Punkt haben Autofahrerinnen und Autofahrer allerdings nicht im Griff: Wissenschaftliche Studien belegen: die Topografie hat den größten Einfluss auf die Laufleistung. In den Allgäuer Bergen erreicht ein Reifen – unter sonst gleichen Bedingungen – eine deutliche geringere Laufleistung als in der norddeutschen Tiefebene. Bremsen und Beschleunigen am Berg beansprucht die Reifen einfach stärker und sorgt für mehr Verschleiß.
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