DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2019

Softwareentwicklung ist mehr als Java

3. Jul 2019

Softwareentwickler sind die am zweithäufigsten gesuchten Fachkräfte, so der DEKRA Arbeitsmarkt-Report. Was Recruiter beunruhigt, dürfte Kandidaten mit einer einschlägigen Ausbildung freuen: Bewerber können zwischen vielen Jobangeboten wählen und Arbeitgeber legen sich mächtig ins Zeug, um in die engere Wahl der Entwickler zu kommen. Auch das Arbeitsumfeld und die Zusatzleistungen lassen kaum Wünsche offen, wie die Analyse von 350 Stellenanzeigen zeigt. Doch die Anforderungen sind hoch und Kandidaten benötigen neben fundierten Programmierkenntnissen Erfahrung in verschiedenen anderen Bereichen des Entwicklungsprozesses. Idealerweise bringen sie hierfür einen Hochschulabschluss sowie Berufserfahrung mit.

  • Entwickler arbeiten im Team, agil und interdisziplinär
  • Höchster Bedarf in IT, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Elektroindustrie
  • Softwareentwicklung zunehmend Tätigkeitsfeld auch für Ingenieure

Entwickler auf Jobsuche haben derzeit vor allem in drei Branchen besonders große Auswahlmöglichkeiten: Erwartungsgemäß gibt es in der IT-Industrie die meisten offenen Stellen. Gut jeder dritte Kandidat wird hier tätig werden (34,9 %). Jobangebote im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Elektroindustrie haben ebenfalls einen starken Anteil an der Stichprobe (23,6 % bzw. 22,8 %).

Drei von fünf Anzeigentexten spezifizieren die Rolle, die zukünftige Mitarbeiter haben werden. Wer Webanwendungen oder Datenbanken beherrscht, hat gute Karten. Die Gesuche richten sich am häufigsten an Web-Entwickler (20,6 %) sowie Datenbank-Entwickler (18,6 %). Außerdem sprechen Arbeitgeber in den Anzeigen häufiger die Rolle von Mobile- und Embedded-Entwicklern an.

Entwickler haben viele Hüte auf
Der Beruf des Softwareentwicklers wird gemeinhin ausschließlich mit Programmierung in Verbindung gebracht. Ein großer Teil der gesuchten Kandidaten soll tatsächlich programmieren, doch die Jobbeschreibungen enthalten jeweils durchschnittlich 4,6 Aufgabenbereiche. Dies zeigt: Ihre Arbeit geht erheblich über die Programmierung hinaus.

Viele der Softwarespezialisten befassen sich auch mit dem Testen, um frühzeitig Fehler ausmerzen zu können und zu prüfen, ob die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Deutlich mehr als jeder dritte der IT-Spezialisten führt vorab die Anforderungsanalyse durch oder entwirft die Softwarearchitektur. Auch unterstützende und administrative Tätigkeiten gehören zum Entwicklerberuf: Sie übernehmen im neuen Job ebenso Koordinationsaufgaben (18,3 %) oder sollen ihr Wissen im Rahmen von Mentoring oder Workshops an Kollegen oder Kunden weitergeben (17,4 %).

Java und C++ dominieren
Programmier- und Markup-Sprachen sind das Handwerkszeug von Softwareentwicklern. Die Basis bilden hier eindeutig Java und C++ (40,0 bzw. 37,7 %). Jeder vierte Bewerber sollte außerdem fit in der Datenbanksprache SQL sein. JavaScript ist die gängigste Skriptsprache für webbasierte Anwendungen und findet sich deshalb des Öfteren in den Anforderungsprofilen (17,1 %). Gut jeder zehnte Arbeitgeber fordert Kenntnisse in Python, eine der sich am schnellsten verbreitenden Programmiersprachen, die beispielsweise im Bereich Machine Learning und Big Data zum Einsatz kommt.

Was die Ausbildung betrifft, sind Bewerber mit einem Informatikstudium auf der sicheren Seite, denn es wird am häufigsten als gewünschte Ausbildung genannt (83,4 %). Doch auch Softwareentwickler mit einer beruflichen IT- bzw. Informatikausbildung sind in drei von zehn Fällen eingeladen, sich zu bewerben. Interessant ist: Die Anforderungsprofile enthalten häufig auch einen Ingenieurabschluss als möglichen beruflichen Hintergrund – vor allem Elektroingenieuren bietet sich in der Softwareentwicklung ein zusätzliches Aufgabengebiet (28,9 %).

Neben der Ausbildung fällt einschlägige Berufserfahrung stark ins Gewicht: Viele der zukünftigen IT-Mitarbeiter benötigen praktische Erfahrung in ihrem Fachgebiet (41,7 %) und bei gut einem Drittel der Stellen kommen nur Bewerber zum Zug, die schon viele Jahre in der IT arbeiten (34,6 %).

Arbeitsmethoden beeinflussen Soft Skills
Oft beschreiben Arbeitgeber, wie ihre Entwicklerteams arbeiten. Fast zwei Drittel betonen die Bedeutung von Teamarbeit (63,4 %) oder dass die Entwickler häufig in einem agilen und interdisziplinären Umfeld arbeiten (41,4 % bzw. 23,1 %). Außerdem gehört Kundenkontakt zur Tagesordnung von gut jedem dritten der gesuchten Mitarbeiter. Diese Faktoren haben einen direkten Einfluss darauf, wie Entwickler „ticken“ müssen: Wie wichtig es ist, dass sie teamfähig sind, zeigt schon die Differenz dieser Eigenschaft zu allen anderen genannten. Kreativität und Gestaltungswille haben es an die achte Stelle der Soft Skills geschafft, denn wie in kaum einem anderen Bereich müssen Entwickler offen für neue und auch ungewöhnliche Lösungswege sein. Gleichzeitig legen Unternehmen Wert auf verantwortungs- und qualitätsbewusste Mitarbeiter, denn das Ergebnis ihrer Arbeit ist oft zentraler Bestandteil von Produkten, bei denen es auf Sicherheit und Zuverlässigkeit ankommt.

Womit Arbeitgeber locken
In den Stellenanzeigen finden sich sehr viele Hinweise auf Benefits, mit denen Wechselwillige im neuen Job rechnen können. Attraktive Konditionen rund um die Arbeitszeitgestaltung, Weiterbildung und sonstige Zusatzleistungen stehen dabei im Vordergrund. Jedes zweite Unternehmen ermöglicht beispielsweise eine flexible Arbeitszeitgestaltung und auch andere Leistungen zielen darauf, Arbeit und Privatleben in jeder Lebensphase unter einen Hut zu bringen. Manche Arbeitgeber spendieren zusätzliche Urlaubstage und in 16 Unternehmen können Mitarbeiter sogar im Rahmen von Sabbaticals eine längere Auszeit nehmen.

Inhalte des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports 2019:
Im Kernerhebungszeitraum vom 18. bis 24. Februar wurden 13.745 Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, zwei Online-Jobbörsen und zwei sozialen Netzwerken ausgewertet. Der Report beinhaltet

  • einen Überblick über die Entwicklung der Berufe und Tätigkeitsfelder
  • eine vertiefende Analyse der Tätigkeit von Berufskraftfahrern
  • eine vertiefende Analyse der Tätigkeit von Softwareentwicklern
  • einen Exkurs zum Thema „Personalentwicklung im Handel“
  • Expertenkommentare

Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2019 kann kostenfrei per E-Mail unter service.akademie@dekra.com angefordert werden und steht als Blätterkatalog unter https://www.dekra-akademie.de/amr19-pdf zur Verfügung.

Weitere Informationen:
DEKRA Akademie GmbH
Dr. Peter Littig
Tel. 0171.7617400
peter.littig@dekra.com

Kontakt für Journalisten

Dr.  Torsten Knödler

Pressesprecher Wirtschaft

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+49.711.7861-2075
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Fax +49.711.7861-742075

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