Sicher fahren mit Anhänger

Nicht zu schnell, nicht zu dicht

23. Sep 2020

Ob Grünschnitt, Baumaterial oder Sperrmüll: ein kleiner Pkw-Anhänger leistet für die etwas größeren Transporte rund um Haus und Garten hervorragende Dienste. Damit auch Hobby-Transporteure mit dem Lastesel am Heck sicher ans Ziel kommen, sollten sie ein paar Sicherheitshinweise der Sachverständigen von DEKRA beachten.

Prüfung der Anhängerkupplung.
Wichtig: Unbedingt prüfen, ob der Deichselkopf richtig eingerastet ist.

  • Beladener Anhänger verlängert den Bremsweg
  • Mit ungewohntem Handling vertraut machen
  • Ladung sollte immer gut gesichert sein

„Wer nur gelegentlich einen Anhänger nutzt, sollte sich nach Möglichkeit vorab mit dem Handling des Anhängers vertraut machen und auf einer geeigneten Freifläche das ungewohnte Rangieren üben“, sagt Stefanie Ritter, Unfallforscherin bei DEKRA. „Vor allem das Rückwärtsfahren verlangt etwas Übung, da sich der Anhänger entgegengesetzt zu den Vorderrädern des Pkw bewegt.“ Auch sollte man prüfen, ob der Reifendruck stimmt, der Deichselkopf richtig eingerastet, das Kabel für die Elektrik und ggf. das Sicherungsseil richtig befestigt sind.

Schwere Teile nach unten
Je höher der Schwerpunkt des Anhängers, umso höher ist die Kippgefahr, vor allem in Kurven und bei Ausweichmanövern. Deshalb ist beim Beladen darauf zu achten, dass die schweren Teile unten liegen. Am besten sind sie außerdem nahe der Achse aufgehoben; keinesfalls sollte Schweres zu weit nach vorn oder hinten. Zudem muss das Ladegut ausreichend gegen Verrutschen oder Herabfallen gesichert sein. Dagegen helfen Anti-Rutsch-Matte, Zurrgurte und Abdecknetz. Ragt die Ladung weiter als einen Meter nach hinten hinaus, muss sie mit einer roten Fahne (30 x 30 Zentimeter) gekennzeichnet werden.

Achtung, nicht zu viel Gewicht!
Vor allem beim Transport von Baumaterial heißt es aufgepasst, damit man seinem Lastesel nicht zu viel aufbürdet. Bei einem der gängigen 750 kg-Anhänger zum Beispiel beträgt die zulässige Zuladung meist gut 600 Kilogramm. Ein Überladen des Hängers kann allzu leicht zum Unfall führen.

Stützlast und Anhängelast
Eine weitere wichtige Größe ist die Stützlast, mit der die Anhängerdeichsel auf den Kupplungskopf drückt. Den Wert für das jeweilige Fahrzeug findet man in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Ziffer 13. Wichtig: Von den beiden Stützlastwerten von Anhänger und Zugfahrzeug darf der kleinere nicht überschritten werden. Er sollte aber so weit wie möglich ausgenutzt werden, da dies der Fahrstabilität zugutekommt. Auch nach unten gibt es ein Limit: So muss selbst bei leeren Anhängern eine minimale Stützlast von vier Prozent des Anhängergewichtes gegeben sein.

Bis zu 50 Prozent längerer Bremsweg
Für sicheres Fahren mit Anhänger gilt die Regel: „Nicht zu schnell, nicht zu hektisch, nicht zu dicht. Fahrer sollten bedenken, dass sich der Bremsweg mit voll beladenem Anhänger um bis zu 50 Prozent verlängern kann“, sagt Unfallforscherin Ritter. „Das A & O für Gespannfahrer heißt daher: zurückhaltend fahren und immer genügend Abstand halten.“ Im Übrigen gilt für Fahrten mit den kleinen Anhängern in aller Regel eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Kontakt für Journalisten

Wolfgang Sigloch

Pressesprecher Automobil

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+49.711.7861–2386
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Fax +49.711.7861–742386

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